Ein Heiratsantrag

Ein Stück für Erwachsene nach Anton Tschechov

Marionetten von Werner Flück, dem ehemaligen Puppenspieler des Schweizer Fernsehens

Mit dem Lustspiel wird man ins Russland der Jahrhundertwende entführt, wozu die Sprache Tschechows und die über 60 Jahre alten Holzschnitzerpuppen einen wesentlichen Beitrag leisten. Und doch könnte diese zutiefst russische Geschichte (angesiedelt im Milieu des bäuerlichen Landadels, Nachbarschafts-Geschichte) vom ungeschickten aggressiven Freier, welche banale Alltagsstreitigkeiten reflektiert, überall angesiedelt sein und auch heute noch stattfinden. Denn Rechthaberei und Gerangel um Besitz sind alleweil global.

3 Mitwirkende, Dauer ca. 40 Minuten, Text und Musik ab Tonband

Die drei Akteure, der Ğangeblich herzkranke» Hochzeiter namens Lomow, der die nicht mehr ganz junge, aber streitsüchtige und beinahe hysterische Jungfer Natascha ehelichen möchte und der zwischen Hoffnung und Streitsucht hin- und hergerissene Schwiegervater Ğin spe» werden von unverdeckt arbeitenden Marionettenspielerinnen geführt. So kann man gut beobachten, wie die Dynamik der Handlung die Spielerinnen packt und über das Kreuz und die Fäden in die Marionetten Ğeinfährt».

Die drei Haupdarsteller
In der Gartenlaube

Ein Stück für Erwachsene nach Anton Tschechov

Marionetten von Werner Flück, dem ehemaligen Puppenspieler des Schweizer Fernsehens
Text Rosemarie Jakober

Der Dichter Tschechow, Autor von bekannten Theaterstücken wie "Die drei Schwestern", "Die Möwe" und "Der Kirschgarten" versteht es vorzüglich, seine Leser und in diesem Fall die Zuschauer, in die Welt der eigenen Imagination zu führen. In seiner Geschichte von der Gartenlaube überlässt er es einem weiblichen Wesen Ğdie Fäden zu ziehen», an welchen sich zwei ahnungslose Männer für kurze Zeit bewegen.
Wie geradezu ideal ist dies in der Form des Marionettentheaters darstellbar, bildhafter fast als im Menschentheater.

3 Mitwirkende, Dauer ca. 25 Minuten, Text und Musik ab Band

In Alt-Russland ist auch diese Geschichte angesiedelt. Der Liebesbrief einer Unbekannten bringt den gestandenen Ehemann Pavel in eine Gefühlskrise. Soll er zu dem von einer Wildfremden vorgeschlagenen Rendevouz in die Gartenlaube gehen? Um seinem Ehealltag nur ein einziges Mal zu entrinnen, wagt er es schliesslich. In der Laube trifft er aber nur seinen Neffen Mitja. Wie Pavel schnell spürt, hat auch dieser einen wichtigen Grund, in die Laube zu kommen — und zu warten. Aber wo bleibt - und vor allem wer ist die geheimnisvolle, verliebte Briefschreiberin?

Die Gartenlaube